Die Condor Snack Story :
Als wir mit unserem Thomas-Cook Charter Flieger am 6. September 2004 so um
9.oo in Frankfurt/Main in Richtung Palma abgehoben hatten, wurden wir vom Kabinen Team
(Cabin-Crew) freundlich begrüßt. Dann wurde ein Snack angekündigt. Bis dahin würden
Getränke ausgegeben. So weit so gut.Und
dann kam er, der Snack. "Käse oder Schinken?" Alleine die Frage
war für mich so sonderbar, bis ich die weißen Papier Tüten der hübschen "Fritten-
Verkäuferin" sah. Mit gequält künstlichem Lächeln verteilten die Stewardessen die
Papiertüten billigster Bauart an die fragenden Gesichter der um mich herum sitzenden
Passagiere.
Ich wählte Schinken, meine bessere Hälfte wählte Käse. Ui-ui-ui,
was war das? War das die Art von Rayan Air Low-Cost Reste-Entsorgung von
Mitarbeiter Hilfsverpflegung nach einer Bereitschafts-Nacht ?
Also, ich habe meinen Mund, so weit es ging, aufgerissen, um in das
Riesen- Sandwich zu beißen. Man muß es ihnen lassen, das Sandwich war sicher groß, also
hoch, dafür um so kürzer. Und es war sicherlich weit mehr als 12 Stunden alt, also
richtig gummiartig weich, andere sprachen von besonders elastisch. Als
alter "Sandwich Time" Mann kann ich das sicherlich beurteilen und auch beweisen.
Also, bei "Sandwich Time" hätte die Auslieferung einer
solchen "Qualität" jeweils todsicher mit einer Prügelei am Eingang der
diversen Firmen geendet.
Da es recht früh am Morgen war und zudem der Frankfurter Flughafen
erstaunlich leer vor sich hin dümpelte (ja, es war sonderbar ruhig Morgens um 9.oo),
dachten wir uns im Flieger nichts dabei und sprachen von einem Ausrutscher bzw.
einem Engpaß. Kann ja mal passieren. Und, wie die meisten, schluckten wir
gequält und kauten tapfer, bis es unten war.
Und dann kam der Rückflug am 17.September 2004 um 22.oo.
Genauso freundlich wie beim Hinflug wurde wieder ein Snack
angekündigt und ich war plötzlich hell wach. Waaaaaas ???? Ein Snack ?????,
schon wieder ???? Und dann kam sie, wir saßen ganz vorne und es war die Chef-Stewardess,
die uns betreute. Sie lächelte uns an und war richtig lieb. Eine bewundernswerte Leistung
nach bestimmt 8 oder mehr Stunden auf den Beinen und wieder gab es weiße Tüten. "Käse
oder Salami ??" Schluck ...., also kein Ausrutscher auf dem Hinflug, das ist
scheinbar NORMAL.
Mein Sandwich (Bild siehe oben) war wenigstens noch im Ansatz leicht
cross, wenn auch wieder in der Höhe für großmäulige Vielfraße geeignet. Mein
Joghurt war ein Fiasco Infernale eines bekannten weltweit operierenden Konzerns
aus der Schweiz. Doch wir hatten in einem 4 Sterne Hotel 10 erholsame Tage verbracht und
es gab jeden Morgen, mittags und abends 3 leckere Sorten Joghurt sogar "Made in
Spain". Also ich weiß eigentlich, wie Joghurt (deutscher und spanischer)
normalerweise schmeckt. Dieser war Höchst, Aventis, Sanofi und Bayer/ BASF in einem
einzigen kleinen Plastik Becher (siehe oben). Mein Nachbar beschrieb es etwas drastischer.
"Er schmecke einfach ... "miserabel" ....... aber psssssst : er sagte
scheisse"
So einfach ist das mit:
Genießen Sie jeden Augenblick.
Dann habe ich sie gefragt, die Chefin der Mannschaft, wer das
denn verbrochen hätte. Leicht irritiert wand Sie sich mit geübter Routine aus der
Affäre, es wären vom Top- Management Testflüge gemacht worden und "Mann" (es
müssen also völlig verhungerte Männer gewesen sein) habe keine Einwände zurück
bekommen. Ich habe gemerkt, es stimmte Sie traurig, sich für etwas "befragen"
zu lassen, auf daß sie sicher keinen Einfluß hat.
Als ich dann mein Sandwich von allen Seiten fotografiert habe,
mit Blitz natürlich, wurde es recht lebhaft um mich herum. Auch die Cabin Crew wurde
schnell wieder aufmerksam. Man habe es so oft nach oben durchgereicht und sich die Finger
wund geschrieben, aber es passiere nichts. Ihre Meinungen seien nicht
gefragt. Ich habe dann noch mal nachgefragt, ob es ihnen nicht peinlich sei, wie ein
Pommes- Verkäufer (die Tüten sahen halt zu billig aus) durch den Flieger zu spazieren
und als hochqualifizierter Müllsammler den Restmüll wieder einzusammeln ?
Soooo ????? Es passiert also nichts ??????
Na, das können wir doch leicht ändern.
Also, ich lebe noch, die anderen auch noch, kann ich aber nicht kontrollieren,
lebend ausgestiegen sind sie scheinbar alle. Mit einigen haben wir uns angefreundet und
werden den Kontakt halten.
Mein Kommentar
Der Kommentar der Passagiere variiert von höflicher Umschreibung wie
"peinlich" bis "absolute Frechheit", was sich Thomas Cook respektive
(jetzt doch wieder) Condor da leistet. Jetzt hat der Laden doch schon immense Ertrags
Probleme. (Auf dem Hinflug stand es gratis in der FAZ.) Und jetzt werden die letzten
Kunden auch noch so "verarscht" (Entschuldigung, aber das feine hochdeutsche
Gerede scheinen die da oben doch nicht zu verstehen).
Wir jedenfalls hatten ganz gezielt über Thomas Cook gebucht (und es war
bestimmt mehr als 100 Euro teurer pro Person - siehe auch ganz unten), weil der Service
sich von Rayan Air "besonders" abheben sollte. Das ist also die bittere
Erfahrung. Es ist trotzdem schlimm geworden, also nix mit "Geniessen Sie
jeden Augenblick".
(Und es stimmt, bei den sonst immer so steifen Finanz-Buchhaltern gibt es eine
verblüffende Eselsbrücke für Anfänger : Debitoren stehe für die Deppen, also für die
Kunden).
Also, verehrte Condor Manager, das Umbenennen zu
Thomas Cook und dann ganz schnell wieder zurück, das bringt es nicht. Und wenn dann solch
eine völlig überflüssige Namensänderung mit zig Millionen Euro von Kosten (also eine
typische idiotisch- dilettantische Fehlentscheidung von ganz oben) auf dem Rücken der
Kunden ausgetragen wird (laut Frankfurter Rundschau kostet das Umlackieren eines einzigen
Fliegers mehrere hunderttausend Euro), kein Problem, wir buchen auch wieder wo anders und
dann fliegen wir eben doch Rayan Air oder Air Berlin oder die russischen "Never Come
Back" Airlines. Ihr seid ja doch nicht besser. Das Internet machts möglich.
Ihr solltet jetzt mal die Kunden der letzten Zeit anschreiben, die Adressen habt
Ihr ja alle und Besserung geloben und auch einführen. Sonst brauchen wir euch nicht mehr
und dann macht den Laden lieber gleich ganz zu.
Nach drei bitteren Erfahrungen mit Liliputaner-Sitzen haben wir zum Beispiel
gesagt:
Nie wieder Hapag Loyd !
Und wir halten uns auch dran. Mit denen fliegen wir nicht mehr. Müssen
wir auch nicht. Da kommen dann neue Airlines. Und wir haben auch mitbekommen, daß die
sich auch umbenannt haben. Nur, so blöd sind wir nicht mehr.
Gert Redlich
Wiesbaden
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